Pirat in Chemnitz
Screenshot: YouTube-User 100goals

Mein Liebling, der CFC.

Witzig wie es überall nach Transparenz und Offenheit ruft, aber im Grunde schon klar ist, dass der Stadtrat wieder Geld über dem CFC ausschütten wird. Ich möcht ja nicht sagen, dass ichs nicht toll finde, dass diesmal auch Jemand anders mal in dieses Horn bläst, aber das riecht doch schwer nach Heuchelei. Aber ich lasse die anderen mal unken, aufklären und den Aufsichtsrat verhören und arbeite lieber daran, wie man das Ganze noch positiv für die Stadtgesellschaft drehen kann. Köpfe sind ja halbwegs rund, die rollen vielleicht auch ohne mein Zutun.

Wenn man so einem Verein mal eben über eine Million Euro aus dem Stadt- und Steuersäckel rüber schiebt, kann man nämlich noch mehr erwarten als „kriegt euch mal wieder ein und machtn Plan für die Zukunft!“. Ich rede davon, dass der CFC mit der Vereinbarung zum Stadion auch eine Verantwortung für die Stadtgesellschaft übernommen hat, das Stadion unter anderem auch für die Allgemeinheit und Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen, für den Stadtteil und den Zusammenhalt im Quartier zu arbeiten.

Beispielsweise hat sich der Verein bei der Europäischen Woche des Sports gekonnt heraus gehalten. Dort hat unsere Stadt einen Sonderpreis für die Menge der Aktivitäten bekommen. Ein Profifußballverein mit im Boot könnte dann auch die Beurteilung in den Bereichen Qualität und Öffentlichkeitsarbeit verbessern und für eine prestigeträchtigere Auszeichnung sorgen. Diese Teilnahme hätte ich also gern verpflichtend.

Außerdem gibt es noch immer Fangruppierungen, ob anerkannt oder nicht, die im gesamten Stadtgebiet mit Stickern für sich werben, bei denen die Buchstabenkombination NS deutlich hervor gehoben ist. Fußball wird leider noch immer von einigen Gruppierungen zur Kultivierung von Ressentiments gegenüber Ausländern oder z.B. auch Homosexuellen genutzt, da der Weg vom Lokalpatriotismus zum Nationalismus nicht sehr weit ist. Viele treten sogar offen als Neonazi-Gruppen auf. Da könnte der Verein sich bereit erklären, zumindest einmal jährlich, eine öffentlichkeitswirksame Aktion für Toleranz und Akzeptanz zu machen und klare Kante zeigen. Andere Vereine machen das ja auch vor. Damit will ich nicht das Engagement von Fanbeauftragten und der internen Strukturen kritisieren, aber es kommt eben eher das Negative draußen an und der Sonnenberg ist hier ein absoluter Brennpunkt. Ich fasse mich nochmal kurz:

Das sind meine Bedingungen für die Finanzspritze:

  • Aufklärung
  • Konsequenzen nicht nur auf dem Papier
  • Mehr Mitarbeit bei stadtweiten Aktionen und z.B. Europaarbeit
  • Stärkere Öffnung des Stadions fürs Gemeinwesen
  • Übernahme von Verantwortung für unser Zusammenleben durch öffentliches Eintreten gegen Rassismus und andere gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

Ist doch nicht zu viel verlangt, oder?

Wir wollen die Landtagswahl rocken!

24.12.2013 – Toni sitzt Morgens um 10.10Uhr auf seiner Couch, starrt in sein Multimediacenter und versucht sich vor Augen zu führen, was Ihn und viele andere Piraten in Sachsen jetzt motivieren könnte. Die Überlegung fällt nicht schwer, denn es ploppen so viele, gute Gründe auf.

Um euch zu zeigen das ich nicht nur Bedenkenträger bin und durchaus das große Ganze positiv betrachten kann, hab ich hier mal meine 4 Lieblingspunkte genauer ausgeführt.

Wir können unter keinen Umständen schlechter abschneiden als zur Bundestagswahl und zur letzten Landtagswahl. Dieser Grund wiegt am schwersten und nimmt einem schon einmal einen großen Stein vom Herzen. Bei der letzten Landtagswahl waren wir sogar unter dem Ergebnis von Sachsen zur letzten Bundestagswahl und da waren die Piraten noch nichts Greifbares. Wir sind jetzt zumindest etwas greifbarer, lokal gebunden und sichtbar. Was damals 0,5% informierte Wähler und 1,4% Protestwähler waren, waren diesmal IMHO 2% informierte Wähler. Dazu kommt, das wir schon zur Europawahl und Kommunalwahl vorher Wahlkampf machen und mit Sicherheit Leute in politische Verantwortung bringen und den Menschen damit zeigen, was wir zu leisten im Stande sind. Diese Leute müssen der Holzsplitter unter dem Fingernagel von CDU, SPD, Linker und Grünen (sowie ungenannter Splitterparteien) sein und damit auch vor der Landtagswahl bekannt werden. Dazu vertraue ich darauf, das sich die AfD zur Europawahl noch einmal ganz demontiert, wenn nicht knapp danach, wenn die Lebensläufe der gewählten Vertreter mal wirklich unter die Lupe kommen, mit ihren falschen Doktortiteln, Abschlüssen, dubiosen Schließfächern, wirtschaftlichen Seilschaften … Sicher, das ist potentiell nicht unsere Wählerschaft, mir stößt es auch etwas auf, überhaupt daran zu denken, aber Protestwähler sind nun mal selten der am besten informierte Kreis. Wenn 0,1% der Wähler wandern, soll uns das nicht ärgern.

Wir schneiden besser ab als zur letzten Landtagswahl. Warum das so sein wird, hab ich hier schon einmal genauer ausgeführt. Aber was heißt das im Speziellen? Im Idealfall bekommen wir natürlich Abgeordnete in den sächsischen Landtag, welche politisches Tagwerk auf Piratenart verrichten, Sachsen in unserem Sinne gestalten, weitere Piraten beschäftigen können, etwas mehr spenden können und so weiter. Sollte dieses Ziel knapp verfehlt werden, ist es aber trotz allem ein Gewinn für unsere Landespartei. Unser Wählerpotential ist gestiegen, beim nächsten Mal schaut man aufmerksamer auf uns und nicht zuletzt haben wir höheres Potential zum Ausschöpfen der staatlichen Parteienfinanzierung. Dieses höhere Potential und die wachsende Wählerschaft eröffnet uns einen Fahrplan, mit welchem wir bei der nächsten Wahl finanziell deutlich besser aufgestellt sind, sowie auch Zeit, um das in Angriff zu nehmen. Der Landesverband kann also theoretisch nur wachsen und stärker werden, wenn da nicht auch die negativen Folgen einer Wahl wären.

Die negativen Folgen der Wahl und die demotivierende Phase können uns gestohlen bleiben! Wir haben zur Landtagswahl auf einmal etwas Brandneues: Übung. Wir haben nicht nur ein logistisches Netz das sich zumindest in weiten Teilen bewährt hat, ein Wissen oder Gefühl von der Wirkung lokaler Wahlkampfausgestaltung sowie eine gesellschaftliche Verwurzelung durch die Kommunalwahl, sondern auch eine Routine und eine ganze Menge weniger Unvorhergesehenes. Ich rechne also mit wachsender Effizienz. Unsere Familien- und Partnerschaftsverhältnisse haben da vermutlich schon Alles mal mitgemacht, unsere Zuversicht ist voraussichtlich gewachsen und es wird weniger an einzelnen Maßnahmen herum diskutiert. Vermutlich sollte man als Vorstand in der Zeit, abgesehen von der Vorbildfunktion, weniger nach Innen wirken, um kein Engagement zu zerstreuen und mehr auf Konfliktbewältigung gehen und Außendarstellung, aber da hab ich bei dem Landesvorstand kein schlechtes Gefühl. Die Kreisvorstände sollten es auch hin bekommen, Wahlkämpfer auf Augenhöhe zu sein.

Der letzte Punkt: Hey, das ist schaffbar! Wir können es durchaus ins Auge fassen diese 32.000 weiteren Wähler(bei gleichbleibender Wahlbeteiligung) in Sachsen zu aktivieren. Ein großer Teil wird außerhalb unserer Wahlkampfhandlungsmöglichkeiten liegen, nämlich davon abhängig sein wie es bundespolitisch aussieht, ob unser Ruf gerade gut ist, ob es Wechselstimmung gibt, wie sich die anderen Parteien so anstellen, ob unsere Themen relevant sind … Vieles können wir aber eben auch aktiv beeinflussen: Streit und Ärger minimieren, gut Wahlkämpfen, gezielter Wahlkämpfen, gute Veranstaltungen machen und den Bürgern zeigen was Piraten in einem Parlament bedeuten. Mein persönlicher roter Faden ist dort, das wir die Verwaltungen und Räte massiv updaten wollen, in Sachen Transparenz, Beteiligung, Nachvollziehbarkeit, Umgang mit dem Menschen und natürlich auch von der Software. Wenn das sitzt und in den Köpfen ist können wir das zur Landtagswahl ausweiten mit unserem tieferen Verständnis der grenzenlosen Informationsgesellschaft, welches dann in Bereiche greift, die wir kommunal kaum berühren können, wie Bildung, Forschung, landesweite Infrastruktur und eine breitere Ebene sozialer Themen. Aber das ist nur mein Standpunkt.

Jetzt habt noch ein paar ruhige und schöne Feiertage und entspannt euch, Januar gehts schon weiter 🙂 Und nehmt es nicht persönlich wenn ich euch gegenüber(meinen Mitpiraten) nicht vor Euphorie sprühe was das nächste Jahr betrifft, ich versuche einer Erdung aufrecht zu erhalten und diese positive Energie heraus zu lassen, wenn ich mit Außenstehenden spreche. Das Recht nehme ich mir nach 4 Jahren Vorstandszeit jetzt einfach mal heraus 😛

Adhocracy im Oktober

Wahlkampf ist vorbei und politisches Tagwerk geht weiter 😉 Ich hab mal wieder ein paar Programminitiativen für die Piraten Chemnitz gestartet. Viel Spaß beim Lesen.

Junges Chemnitz - Wachsendes Chemnitz: https://adhocracy.de/d/9879

Mittelstand ist unsere Stärke: https://adhocracy.de/d/9877

Arbeitsbegriff und Ehrenamt: https://adhocracy.de/d/9873

Lohnarbeit in Chemnitz: https://adhocracy.de/d/9875

Streaming aller Sitzungen: https://adhocracy.de/d/9871

Freifunk und Breitbandnetze: https://adhocracy.de/d/9869

 

Ein Interview mit Edward Snowden

Ihr habt eben ein Interview mit einem Whistleblower gesehen. Was er tat ist illegal. Wir Piraten wollen, das Whistleblowing legal und geschützt wird, damit weder Firmen, noch Regierungen ihr tun vor der Gesellschaft verheimlichen können und nicht der Überbringer der Botschaft, sondern der Verursacher des Missstandes bestraft wird.