Gut gemacht, FDP!

Der Zwiespalt der Piraten

Kaum treten mal wieder ein paar schillernde Charaktere aus, wird das Ende der Partei, ein Wandel oder aber auch ein nötiger Kurswechsel in Blogs und Foren breit getreten. Ehrlich, es könnte mir nichts mehr im Bezug auf meine Parteiarbeit am Arsch vorbei gehen als ein austretender Stephan Urbach. Es ist nicht so, das sein Wirken, Tun und sein Wesen an mir vorüber gegangen sind, aber es hat meine Arbeit und meine Filterbubble(frei übersetzt „Soziale Netzwerksphäre in der man sich aufhält“) nie so beeinflusst. Im folgenden Text wird Piraten und Piratenpartei wissentlich unterschieden.

Die Piraten sind im Zwiespalt, sind sie immer gewesen. Da w#ren die Aktivisten und da waren die politisch denkenden Menschen*. Problem ist nicht eine der beiden Gruppen, sondern ihr zusammenwirken des andauernden Widerspruchs, das sich nicht zu lösen scheint. Aus Diesem folgt der ewige Kampf und Streit, den man mit uns Piraten verbindet. Diesen Kampf beenden zu wollen ist eine Utopie.

Die Piraten sind ohne die wilden und Macht-ablehnenden Aktionisten nichts und die Piratenpartei ist nichts ohne die politisch denkenden Menschen, die der Partei auch etwas Macht geben wollen. Genau dieser Zwiespalt hat mich auch teilweise in die Partei getrieben, denn es war eine Phase der Verschwörungstheorien, der Ablehnung von „Denen da Oben“ und der Verzweiflung mit Politik, die mich zu dem Schritt brachte. Zusätzlich war man jünger, naiver und leichter zu beeinflussen.

Dieser große Zwiespalt der in Einzelpersonen tobt, wie auch in der Partei, ist ein Antrieb. Er treibt die Vorstände und unsere Strukturen an. Die Vorstände sind, gerade im Amt, direkt in der Mitte eine Minenfeldes angelangt und haben daher die Aufgabe, dort lebendig wieder heraus zu finden. Diese Struktur an sich ist schon für einige ein Übel, sie aus zu füllen stellt daher höchste Ansprüche an die Person. Die Personen, die sich wählen lassen, haben aber auch den hohen Anspruch und wissen um des wachsamen Blickes der Basis über ihrer Schulter. Sie können nicht einfach „Machen!“. Das verbrennt die Menschen bedeutend schneller, zeigt aber, das wir unsere Politik leben. Eine Politik mit liquiden Strukturen ohne institutionell unumstößliche Pfeiler und mit höchster Transparenz und Beteiligung. Das ist aber nicht nur eine konsequente Haltung, sondern es verschafft auch ein Zugehörigkeitsgefühl bei diesen ambivalenten Persönlichkeiten und diesen Charme und das Gefühl der Veränderung bei vielen Wählern.

Ein weiterer Zwiespalt ist die Postwachstumsmentalität. Denn diese eben gewählten Vorstände sollen ja auch mehr bewegen als die Letzten, obwohl in der Parteipolitik nur alles effizienter, verträglicher und ökologischer werden soll. Der typische technokratische Ansatz einer Zukunftsvision lastet also auch auf einigen Schultern. Das aber nur mal als Einwurf über den sich sicher streiten lässt. Sicher beeinflusst das den ideologischen Kompass einiger Personen.

Wir waren beim großen Zwiespalt. Die Piraten sind nur erfolgreich wenn sie wilde Aktionen, ein Aufbruchklima und Wechselstimmung hervorrufen. Die Piratenpartei ist nur erfolgreich wenn sie politisch korrekt ist, nur mit positiven Nachrichten glänzt und gute Inhalte transportiert. Die Piratenpartei sind die Piraten. Ohne Piraten, keine Partei. Ohne Partei, keine Piraten … oder doch?
Natürlich gibt es ohne die Partei die Piraten. Die Partei ist das Machtelement, die Piraten die Lobby der Piratenpartei. Ohne diese Lobby läuft nichts in der Partei. Wie diese Lobby den Kurs lenkt, schafft diese Diskrepanzen und Streitprobleme. Diese Lobby ist unser Lebenselixir und der böse Blick auf den Schultern der gewählten Vertreter und Organe. Nur wenn diese Lobby aktiv ein Teil bleibt und wir uns nicht alle verändern und auf einmal politisch und brav werden, bleibt das Projekt Piratenpartei aktiv und erfolgreich. Wer das spalten und ändern will sucht hier nur den Weg den geringsten Widerstandes und schnellsten Erfolges. Das wird auf diese Art aber nicht eintreten. Deal with it.

Ich liebe euch alle. Bleibt wie ihr seid, bleibt da, ob als Mitglieder oder nicht, und treibt uns zu Höchstleistungen. Wir brauchen das, ehrlich! Lasst uns in weitere Parlamente einziehen und da ordentlich Ärger machen.

LG Toni

  • Pirat und Piratenparteimitglied seit 2009
  • 3 Jahre in Vorstandsämtern
  • Vermutlich ambivalent veranlagt

* politisch denkende Menschen /= machtpolitisch egoistische Menschen.

Cloud Atlas – Meine Analyse

Ein brillianter Film über das Menschsein *Punkt*

Wer ihn noch nicht gesehen hat, sollte nicht weiter lesen. Im Film werden viele Konflikte aufgezeigt. Der Urkonflikt des Menschen ist die Gefangenschaft zwischen Gutem und Eigennützigem, hier stilisiert als Liebe und Gier bzw. Hingabe und Selbsterhaltung. Aus dieser Zwickmühle kann kein Mensch entfliehen und er hat immer diesen kleinen Teufel auf der Schulter sitzen. Wie, wie oft und ob er auf ihn hört, bestimmt das weitere Leben.

Das Leben an sich … ein Mensch hat keinen eingebauten Plan. Ein Mensch ist nicht für einfache Arbeit geboren und auch nicht für das Hinnehmen von Tatsachen. Ein Mensch weiß erst, wer er selbst ist, wenn er Wissen erlangt.

Knowledge is a mirror. I was finally able to see what I was. And what I could be. — Sonmi-451

Wissen befreit den Menschen und Wissen macht uns zu selbstständig denkenden, mündigen Menschen. Wer kein Wissen erlangt und keines erlangen will, ist dazu verdammt, Sklave zu sein. Wer reich an Wissen ist, kann im Geiste nie versklavt werden. Wir wissen erst was wir sein können, wenn wir Wissen erlangen.

I’ve seen too much of the world. I’m no good slave. — Autua

Der Mensch ist keine einzelnes Individuum. Wir sind alle Teil unserer Umgebung, der Menschen um uns. Wir haben alle die Verantwortung für diese Menschen und dürfen uns ihr nicht entziehen. Nur wer sich selbst erkannt hat, kann andere erkennen. Wer sich selbst erkannt hat und weiß wie er Dinge verbessern kann muss diese Chance nutzen. Es gibt keine natürliche Ordnung die uns davon abhalten kann. Kein Wissen, das uns Böses tun lassen muss.

Our lives are not our own. From womb to tomb we are bound to others. Past and present. And by each crime and every kindness we birth our future. — Sonmi-451

Freie Bildung, Freie Menschen -> Tolle Zukunft!

LG Toni 😉

Bericht von der Landesdelegiertenkonferenz (Grüne)

Ahoi,

Piratux und meine Wenigkeit besuchten ja heute den ersten Tag der Landesdelegiertenkonferenz der Grünen. Ich möchte kurz berichten, was sich so zugetragen hat und wo die Unterschiede zu unseren Veranstaltungen liegen.

Zur Veranstaltung an sich. Die Delegiertenkonferenzen finden nur statt, wenn es Listen auf zu stellen gibt, daher war die Letzte 2009. Sie fand in der Mensa in Chemnitz statt (wo auch mal BPT war) und wurde am 1. Tag von ca. 100 Leuten besucht. Am heutigen Tag wurden Anträge behandelt und Morgen gehts zu Vorstellungen und Wahlen über. Die Insgesamt 126 Delegierten sollen da vollzählig sein.

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Wenn man es nicht wüsste, würde einem kaum auffallen, das heute die Veranstaltung in der Mensa war. Von den angekündigten 140 Gesichtern war draußen keiner zu sehen. Nur eine einzelne Beachflag machte kenntlich, das dort die Grünen tagen.
Ich wurde zu Anfang von bekannten Gesichtern unter den Grünen begrüßt, dazu gehören die Vorsitzende(Sprecherin) des Kreisverbandes und ein paar Stadträte. Die Abgeordneten des Landtages waren aber auch vollzählig anwesend. Essen und Getränke gab es gegen Spende, ein Armband zur Versorgung am nächsten Tag wurde ebenfalls für 5€ angeboten.

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Die Deko war speziell für das Motto „Starke Basis“ angefertigt. Jeder Verband hatte zugeteilte Plätze. Vermischungen fanden nicht statt. (Nachvollziehbarkeit?)
18.30Uhr begann die Sprecherin von Chemnitz Katharina Weyandt mit ihrer Eröffnungsansprache und brachte lokale Gegebenheiten und Ereignisse darin unter. Von Ruhe im Saal konnte man nicht reden. Danach folgten die typischen TO Beschlüsse.

Als quasi das Startgeplänkel typischer Parteitage sein Ende fand, kamen wir zum ersten Programmpunkt: Ansprachen.

Nr 1 machte die Sprecherin des Landesverbandes, Claudia Maicher. Ihr O-Ton war das böse Schwarz-Gelb, mehr Mitbestimmung und ein Politikwechsel.

Nr 2 war die Sprecherin der Grünen Fraktion im Landtag, Antje Hermenau. Ihr O-Ton war sehr rauh. Sie bezeichnete die Finanzkrise als Testosteronunfall, unterstellte allen Ausschüssen, die sich mit Frauen beschäftigen es seien von Macht besoffene Männerkabinette und sagte zu einigen Mitbewerbern sogar „Die sollen doch mal die Klappe halten“. Mein Eindruck: Das ist kein Feminismus mehr, das ist Männerhass, der da herauszuhören war.

Als Nr. 3 durfte dann mal die Basis mit Voranmeldung beim Präsidium sprechen. Da wurde ausgelost und ein Beitrag zu gelassen. Dieser hatte den politisch tiefgreifenden Inhalt der Nahrungsmittelversorgung. Der Landesvorstand habe mit dem Angebot von Fleisch und Wurstwaren auf den Brötchen nämlich gegen einen zurückliegenden Parteitagsbeschluss verstoßen! „Die vegetarischen Alternativen waren viel zu schnell alle!“ … Auf diesen Schreck holte ich mir erst einmal ein Brötchen mit Geflügelpastete und eines mit Salami. Lecker!

In dem Moment fiel mir auch auf, wer so im Präsidium sitzt. Es waren Landesvorstände und Kreisvorstände, genau 4 an der Zahl. Diese übernahmen die Versammlungs- und Wahlleitung, wurden aber zwischen 2 Anträgen auch mal von anderen Delegierten komplett abgelöst.

Im ersten Antrag ging es dann um Gleichstellung. Ich verfolgte die Debatte nicht sehr konzentriert, aber Kontra gab es nicht.

Darauf folgte Gender-Budgeting. Dort gab es die Kritik, das die Fraktion das, auf Grund der Gesetzeslage, nicht einfach so umsetzen könne. Angenommen wurde er trotzdem. Die beiden ersten Anträge trugen die Buchstaben G vor der Nummerierung für die Programmkategorie Geschlechtergerechtigkeit. Alle anderen waren V für Verschiedenes.

Der Teil Verschiedenes ist allerdings gewaltig. Von Verkehrspolitik über Bildung, Kinderbetreuung und Parteiinternes wurde scheinbar Querbeet eingeordnet. Hier die Anträge.

Nach dem Teil G, kamen wir aber erst einmal zum Haushalt. Es sollte ein neuer für dieses Jahr beschlossen werden. Der wurde kurz vorgestellt. Unter anderem solche Sätze fielen da: „Wir kalkulieren mit 1300 Mitgliedern und wachsenden Spendeneinnahmen im Finanzplan.“ (Mit Spenden kalkulieren?)
Außerdem wurde vor kurzem eine tolle Telefon-Fundraising-Aktion durchgeführt. Darauf hin folgte Beifall. Was Das genau war, wurde leider nicht erklärt.

Ein paar Posten wurden diskutiert, z.B. der Posten für die IT, der mit Internet betitelt war. Die Grünen zahlen dafür 4000€ und dort fallen die Kosten für Internetanschlüsse hinein, Telefonanschlüsse und Serverbetrieb.

Es gab auch Kritik an den Zielen, welche die Kreisverbände zu erfüllen haben. Diese wären unfair und sollten erst einmal überprüft werden. Das konnte leider keiner vor Ort tun. Die dafür genutzte Referenz, das Jahr 2011, war für die Versammlung nicht nachvollziehbar, da der Rechenschaftsbericht zwar vorhanden, aber nicht veröffentlicht ist. Das diese Sache angesprochen wurde, führte direkt dazu, das die Entlastung der Finanzen von 2011 von der TO genommen wurde.

Danach folgte ein Antrag über ökologische Betriebsmittel im Landesverband. Hier wurden Stimmen laut, das man dort dem Landesverband doch nicht trauen sollte, immerhin stelle er ja sogar Brötchen mit Fleisch auf das Tablett! So eine Heuchelei! Ich fühlte mich fast zu einem zweiten Gang zum Buffet genötigt.

Beim nächsten Antrag, bei dem es sich um eine Verkehrsreform handelte, kam auf einmal der Fall, das nur blaue Karten bei der Versammlungsleitung lagen. Dies bedeutete, das nur Männer auf die Redeliste wollten. Nach dem ersten Herren, der dazu sprach kam dann der Satz: „Noch 3 Leute auf der Redeliste, leider nur Männer.“

Dies verpasste mir einen kleinen Stich ins Herz, führte aber wohl zum gewünschten Ergebnis. Eine Karte in der Farbe Rosa für den weiblichen Redebeitrag fand den Weg zur Bühne. Stolz verkündete die Versammlungsleitung: „Yeah, auch Frauen können Verkehrspolitik!“. Den Weg ans Podium fand dann die gute Frau, die sich zuerst über die Brötchen aufregte … mir schwante Böses(Lustiges). Ich wurde fast enttäuscht, denn es ging nicht um die Brötchen, aber wohl um Gleichberechtigung in der Mobilität und Barrierefreiheit und das war nicht Thema des Antrages.

Wir kamen zum Teil Umwelt und einer Flasche voll braunem Spreewasser, das der Antragssteller mit auf die Bühne brachte. Die Sachen, die dort zur Braunkohle gesagt wurden, waren ganz sinnig. Doch eins regte mich dann doch lieber auf. Das Präsidium meldete sich nach dem dritten, blauen Redebeitrag auf. „Hmm, jetzt kommt nur noch ein Mann auf der Redeliste, wollen wir den zulassen?“. (Geschlecht über Inhalte?) Das Zog sich durch die gesamte Veranstaltung, denn nach 2 Männern musste zwingend erst eine Frau dran sein, idealerweise immer abwechselnd und ja nicht zu viele Männer hintereinander.

Als letzten erwähnenswerten Antrag empfand ich den Antrag zum Dank an die Band Kraftklub. Die Grünen wollen der jungen Rockband gern für die Ablehnung des ECHOs danken. Auch hier war, wie bei vielen Anträgen, die Form und auch Art der Umsetzung kritisiert worden. Angenommen wurde er trotzdem. Nach einigen Anträgen bei denen das so lief, zeigte sich ein Bild. Da kommt scheinbar die Idee vor der Umsetzung. Nicht machbar aber klingt toll? Nehmen wir.

Eigentlich sollte die Veranstaltung noch bis 23 Uhr gehen, aber nun hatte man schon Punkte vom Sonntag vor gezogen, daher machte man kurz nach 21 Uhr Schluss. „Morgen um 9 gehts weiter!“ kam vom Präsidium. Ein Buhen raunte durch den Raum. Das Ende der Veranstaltung war trotzdem gekommen.

Martin Schmidt, Stadtrat der Grünen Chemnitz, meinte dann auf ein leises Kompliment an den flotten und fruchtenden Ablauf: „Ja, waren ja auch alles keine kritischen Sachen.“

Jetzt war der richtige Moment da, sich noch ein wenig um zu sehen. Dort lagen Stapel der Süddeutschen, Die Welt und der Freie Presse. Alles wurde viel zu oft ausgedruckt und zwischen den Stapeln fanden sich sogar Listen mit Namen und Zahlen. Das war der Excel-Ausdruck der Mandatsträgerabgaben mit Ist und Soll. Sehr transparent, wie sie ihre Abgeordneten ausquetschen.

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Abgesehen davon kann man am zweiten Tag wohl Workshops besuchen und es gibt eine Liste an Kursen, die den Delegierten angeboten wurden.(Machterhalt Yeah!)

Diese schreib ich euch hier mal auf, da einige so lustig sind 😉

  • Politik verstehen
  • Grundlagen kommunales Finanzmanagement
  • Einführung in die Kommunalpolitik
  • Überzeugend Argumentieren – Rhetorikkurs
  • Sitzungen effektiv leiten – Moderatorentraining
  • Pressearbeit – Zielgerichtet und Wirksam
  • Wahlkampf im Netz – Onlinekommunikation in der politischen Arbeit
  • Improv-Theater-Straßenwahlkampf
  • Fotoworkshop – Bildbotschaften in der politischen Arbeit

Wir wurden stets freundlich empfangen, trotz Piratenbutton und Piratux Vollmontur mit dem von mir an ihn überlassenen BPT-Chemnitz-Orgateam-Shirt mit großem Logo von 2010, Schlüsselband und daran baumelndem Flaschenöffner.

Auf dem Weg heraus begegnete Piratux und mir noch ein weiterer Chemnitzer Stadtrat. Thomas Lehmann, der auf Piratux Nachfrage, was die Antje Hermenau(MdL) denn für eine Furie in Sachen Feminismus sei, antwortete: „Ach, Spinner habt ihr auch in der Partei.“

Recht hat er! Gute Nacht.

Meine Piraten Gesellschaftspolitik – Politik der flexiblen Lebensmodelle

Viele Leute halten unsere Ideen oftmals für utopisch oder gar wirr. Diesen Menschen möchte ich entgegen halten, wie unsere Gesellschaft, abgesehen der Illusionen von CDU und SPD heute steht.

Chancen des Informationszeitalters

Wir sind im Informationszeitalter angekommen und viele junge Arbeitskräfte warten nur auf einen gewaltigen Umsturz in Sachen Arbeitsverhältnis. Niemand kann mehr mit einer Arbeitsstelle auf Lebenszeit rechnen, kaum jemand rechnet sogar länger als 3-5 Jahre. Das sind Herausforderungen, der sich die Politik heute stellen muss. Viele der alten Gepflogenheiten haben heute keine Daseinsberechtigung mehr. Ein Beispiel darunter ist die Anwesenheitspflicht am Arbeitsplatz. Diese ist in allen Berufen, in welchen in der Hauptsache mit einem Computer gearbeitet wird, absolut unnötig. Ich persönlich nehme diese Anwesenheitspflicht als einen obsoleten Kult wahr, der viel zu langsam verschwindet.

Geschlechterrollen

Die klassischen Geschlechterrollen existieren kaum noch. In der Folge müssen alle Geschlechter gleich behandelt werden. Das sorgt für Unmut in der Bevölkerung und unheimlich lange Diskussionen um eventuelle Quoten und Selbstverpflichtungen. Diese Diskussionen sind aber nötig und müssen ein gutes Ende finden, auch zum Wohle der momentan noch männlich dominierten Wirtschaft. Ein junger Mann möchte und kann das Rollenmodell seines Vaters heute nicht mehr leben, macht sich ebenso stark Gedanken über seine Karriere im Zusammenhang mit der Familienplanung und Verantwortung für die Kinder, wie die Frauen. Immer weniger Frauen planen direkt die Familie. Man nähert sich einander an. Da lastet ein psychischer Druck auf einer Generation, welcher es absolut nötig macht, das Frauen gleichberechtigte Jobchancen haben.

Modelle des Zusammenlebens

Heute sind die Arten des Zusammenlebens vielfältig. Ob Polyamor, Patchwork, gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften oder auch die bisher geförderten Modelle, alle haben sich etabliert und zum Teil massiv gewandelt. Dies erfordert nicht nur neue Gesetze, sondern auch einen Umschwung in der Arbeitswelt. Man benötigt Eltern- und Auszeiten unabhängig vom Geschlecht. Mehr Teilzeitarbeitsmodelle, welche auch Führungsverantwortung zulassen und dazu auch möglichst flexible Arbeitsmodelle bis hin zu vermehrter Heimarbeit. Abgesehen von der Arbeit gibt es noch einen gesamtgesellschaftlich wichtigen Faktor: Unsere Kinder. Die Förderung von Familien sollte allen Entwürfen mit Kindern zugute kommen, statt Ehen und anderen Modellen, welche momentan gesetzlich gefördert werden. Auch werden alleinerziehende Väter heute von amtlichen Formularen und der Gesellschaft diskriminiert, in einem Maße, das sie sich teilweise als Aussätzige fühlen.

Weg von der Wachstumsorientierung

Wo hat sie uns hin gebracht? Die Konzentration auf Wachstum hat uns mehr und mehr Saisonarbeit, Zeitverträge und längere Arbeitszeiten beschert. Zustände, die nur möglich waren, weil genau diese Arbeitsmodelle im Gegensatz zu festen Arbeitsverträgen schwach und entmachtet sind. Zeitarbeit muss im Grunde, wie es andere Länder schon immer halten, besser bezahlt werden als feste Arbeit. Denn eine Festanstellung ist heute ein Bonus und eine Sicherheit, die man mit Geld kaum aufwiegen kann. Die Zeitarbeiter hingegen haben ein hohes Risiko zu tragen und die gleiche Menge an Arbeit. Wir wollen das die Menschen glücklicher Leben, das unsere Gesellschaft stabil und stark ist. Das geht nur mit einer Konzentration auf den Menschen statt auf Statistiken und das Bruttoinlandsprodukt.

Prekäre Arbeitsverhältnisse

Das Grundeinkommen ist eine sozialpolitische Revolution. Die Risiken, die ein derart fundamentaler Neuanfang mit sich bringt, sind abzuwägen mit den Risiken des Festhaltens am heutigen System. Das Grundeinkommen beendet die Spirale der Armut, die Verletzung der Menschenwürde und entlastet die arbeitende Mittelschicht, die immer weiter zu schrumpfen droht, da sie von Gesetzen und Reformen weitgehend unbeachtet ihr Dasein fristet. Das Grundeinkommen befreit Menschen mit derzeit beinahe unmöglichen Lebensmodellen, wie jene, die sich der Pflege von Angehörigen gewidmet haben und welche ihr ehrenamtliches Engagement in vollen Zügen nutzen wollen. Dieses ehrenamtliche Engagement hat meistens einen sozialen und gesamtgesellschaftlichen Wert, der weit über der Ablage von Akten und vor allem von Arbeiten liegt, die im Moment locker automatisiert werden könnten. Das Fehlen dieses sozialen Fallbacks beschränkt daher auch unsere technologische Entwicklung, welche wiederum den Wissenschafts- und Bildungsstandort Deutschland fördern würde. Argumente die immer gegen ein BGE angeführt werden sind z.B. „Da geht doch keiner mehr arbeiten“. Umfragen haben ergeben, das 90% der Leute behaupten, ihren Beruf weiter aus zu führen, wenn sie BGE bekämen, aber von ihrem Nachbarn denken würden, das er Zuhause bliebe. Ein weiteres Argument ist: „Da steigen doch die Preise unheimlich!“. Da habe ich mir auch ein paar Gedanken gemacht, wie ich mir das vorstelle: Dieses Mehr an Geld, das die Menschen zur Verfügung haben wird von Steuer und Sozialleistungen stärker belastet als heute. Wir kommen dahin, das sich früher arme Leute mehr leisten können, aber nicht in Bargeld gesprochen, sondern in einer besseren Gesamtversorgung und sozialen Sicherung, welche einen beruflichen Wiedereinstieg auch erleichtert. Bei Besserverdienenden würde das BGE sogar komplett von den Abgaben gefressen werden.

Das ist nun so der grobe Umfang dessen, was ich für die Piraten Gesellschaftspolitik halte.

[Hier Grußformel einsetzen]

Toni

 

Mein Traum-Mobiltelefon… (Stand 22.10.2012)

Ahoi liebe Leser,

ich bin ja was Mobiltelefone angeht relativ anspruchsvoll. Das erklärt auch die Wahl meines aktuellen Gerätes. Ich tat mich etwas schwer mit den Schneidbrettern von Smartphones, daher musste es etwas kleineres zum Einstieg sein, nachdem mich ein Samsung Galaxy 3 herb enttäuscht hatte von Software, Updates, Haptik und Hardware.

Ich will also jetzt erst einmal den Ist-Zustand fest halten:

  • Sony Ericsson Xperia Ray (gekauft im April 2011)
  • damals 230€ Neupreis
  • 3.3 Zoll Display mit einer sagenhaften Auflösung von 854×480 und damit ca. 300dpi (vgl. iPhone4 330dpi / Samsung Galaxy Note 285dpi)
  • Sehr geringe Außenmaße, Gorilla-Glas, matte Rückseite
  • 1Ghz Cortex A9 Einkernprozessor, 512MB RAM
  • 8MP Kamera mit Autofokus, LED-Blitz, Schwenkpanorama(bewirbt Apple gerade als Neuheit), 3D-Panorama, bereit in ca. 2 Sekunden
  • 1500mAh Akku (der damals auch eher Topmodellen vorenthalten war)
  • 7.2mbit HSDPA und 5.76mbit HSUPA
  • Android 2.3.3 bei Auslieferung, inzwischen 4.0.4 vom Hersteller -> Leider kein 4.1 mehr.

Auch sehr gefallen hat mir dabei, das Sony alle Android Standard Apps behalten hat und diese nur um eigene Entwürfe ergänzte. Das trägt zur Geschwindigkeit beim Start der Selbigen bei und ist auch gut für schnellere Updates und Kompatibilität.

Kommen wir zu meinen Wünschen. Wo steht die Industrie nun? Es gibt Edge-to-Edge-Displays die wachsende Displays bei gleich bleibenden Außenmaßen versprechen, Quadcore-Prozessoren, 13 Megapixel sind die High-End-Klasse und die Akkus? Naja, die wachsen etwas langsamer als die restliche Hardware. Leider muss ich sagen das es in dem Preisbereich, in dem sich mein aktuelles Gerät damals bewegte, kein würdiger Nachfolger herum geistert.

Von diesem würde ich eine bessere Displaytechnologie(nicht unbedingt höhere Auflösung) bei 3,5 Zoll erwarten, kaum gewachsene Außenmaße, einen 1,2Ghz Dualcore-Prozessor, 1GB RAM, eine schneller reagierende Kamera und einen Akku mit mindesten 1750mAh. Gibt es so etwas? Nein. Kein Hersteller nimmt sich dieses Bedarfes an. Nunja, ich will ja nicht so sein. Greife ich eben zu einem größeren Gerät. Dem entsprechend wachsen aber auch meine Ansprüche. Ich will ja keinen Rückschritt machen. Nur selbst da, macht es einem der Markt nicht leicht. Ich fasse mal meine Mindestbedingungen zusammen:

  • Neupreis: egal … Vertragsverlängerung.
  • 4 Zoll Display mit mindestens 960×540 Pixeln bzw. wenn es größer wird dann 1280×720 Pixeln. -> 4,3 Zoll max.
  • Kein riesiger Rand um das Display
  • 1,5Ghz Cortex A15 Dualcore Prozessor, 1GB RAM
  • 8MP Kamera mit allem was ich bisher schon hatte + Instant-Bereitschaft (Foto unter 1sek.)
  • min. 1750mAh Akku bzw. bei über 4 Zoll mehr.
  • HSPA+
  • Android 4 bei Auslieferung, garantiertes 4.1, Aussicht auf 4.2 und möglichst ohne hardwarehungrige Herstellerdreingaben

Das klingt alles hoffentlich nachvollziehbar. Das ist es, was ich von einem Gerät der höheren Mittelklasse für Ende 2012 erwarte. Dazu kommt natürlich aber noch die Haptik. Ich brauche keine Alu-Unibodys und auch kein Kevlar, aber Rückseiten auf denen man keine Fingerabdrücke sieht haben schon etwas für sich. Hier punktet mattes Plastik und auch Kevlar sehr. Das glänzende und teilweise bunte Plasik an den neuen Samsung Geräten oder der Apple-Keramik-Look kann mir getrost gestohlen bleiben. Für mich schmeichelt der Hand, was nicht aus ihr heraus rutscht 😉

Ach ja, Apple schließe ich übrigens aus. Ich möchte mir, da sie Google ja langsam aber sicher ausschließen keine neue Stange an Accounts anlegen und auch die Freiheit, die so eine offene Plattform wie Android bietet.

Ist das ein Weihnachtswunsch? Nein. Die Hersteller haben noch ein wenig Zeit, dann möchte ich aber gefälligst auch ein wenig Auswahl!

Internet im Auto?

Die BITKOM stößt ja ab und zu paar ganz interessante Diskussionen an. Genauso ist es heute. Laut einer Befragung von Eintausend und einem Bürger wollen 25% gern Internet im Auto. Wozu das gut sein kann und was es für Einschränkungen gibt werde ich in diesem Artikel mal versuchen dar zu legen (mehr …)